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Waxweiler und die Echternacher Springprozession


Eine Legende erzählt, daß der hl. Willibrord im Jahr 728 auf einer Missionsreise nach Waxweiler kam. Aber anstatt der Predigt in der Kirche zu lauschen, führten die meisten Bewohner vor der Kirche heidnische Tänze auf. Willibrord mahnte umsonst und rief im heiligen Zorn: „So tanzet denn ohne Unterlaß, wenn ihr vom Teufelsdienst nicht lassen könnt.“ Da konnten die Tänzer nicht mehr aufhören. Erst als sie Besserung gelobten, verzieh ihnen St. Willibrord und gab ihnen zur Buße auf, in Echternach mit heiliger Andacht zu tanzen.


Die Echternacher Springprozession wird urkundlich zum ersten Mal von Abt Thiofried von Echternach um das Jahr 1100 erwähnt. In einem Echternacher Weistum werden als Springer nur die Pilger von Waxweiler genannt, denen sich im Laufe der Jahre andere Pilgergruppen springend anschlossen. Die Bürger hatten sich in höchster Not verpflichtet, jedes Jahr am Grab von St. Willibrord singend und springend zu erscheinen. Der Grund könnte eine seltsame Krankheit (Drehkrankheit beim Vieh, Veitstanz beim Menschen, Epilepsie) gewesen sein. Bereits Alkuin (+804), ein Zeitgenosse Willibrords und angelsächsischer Gelehrter am Hofe Kaiser Karls des Großen, berichtet von Wundern, Pilgern und Büßern am Grab des Friesenapostels. Vermutlich hat man dabei nach dem alten volksmedizinischen Grundsatz, Gleiches mit Gleichem zu behandeln, bei der Prozession in Echternach die Symptome der Krankheit in einem kultischen Tanz nachgeahmt, um so der Epilepsie zu entkommen. Das Springen kann aber auch freudiger Ausdruck der Haltung des Menschen vor Gott bedeuten. In einem Text aus dem 16. Jahrhundert wird klar ausgesprochen, dass die Pilger aus Waxweiler in Echternach einen Sprungtanz aufgeführt haben. Wahrscheinlich standen also die Waxweiler an der Wiege der Echternacher Springprozession. Es heißt, sie hätten sich durch ein Gelübde zu dieser Wallfahrt verpflichtet. Ihnen haben sich später andere Gruppen angeschlossen, so dass eine regelrechte Prozession entstand.

Unter Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Trier wurde im Jahr 1777 und unter französischer Herrschaft 1798 die Springprozession verboten. Nur kleinere Gruppen hielten die Prozession aufrecht. Erst im Jahr 1860 lebte die große Springprozession wieder auf, zunächst von Waxweiler aus. Johann Jakob Perrad führte schließlich 1861 die Prümer Teilnehmer der Waxweiler Prozession zu. Von dieser Zeit an nimmt sie ihren Anfang in Prüm und führt über Waxweiler nach Echternach, insgesamt rund 70 km.


Alljährlich zu Pfingsten feiert die Pfarrei Waxweiler ihre traditionellen Pfingsttage. Sie beginnen am Pfingstsamstag mit der Vorabendmesse bzw. am Pfingstsonntag mit dem Festhochamt in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Die musikalische Gestaltung mit neuem geistlichem Liedgut liegt in den bewährten Händen der pfarreigenen Halleluja-Gruppe. Höhepunkt der Pfingsttage ist der Empfang der Pilger und Brudermeister der „Fußwallfahrt Prüm-Waxweiler zur Echternacher Springprozession“ in Waxweiler, wo einst im Jahr 728 der heilige Willibrord gepredigt haben soll. Am Abend des Pfingstsonntag wird die aus Prüm kommende Pilgerschar am Ortseingang von Waxweiler vom Pfarrer, Pfarreivertretern, Ministranten und dem Musikverein „Lyra“ empfangen und durch die Waxweiler’ Springergruppen zur Pfarrkirche geleitet. Dort ist feierliche Schlußandacht mit sakramentalem Segen und „Te Deum“. Die Fußwallfahrt geht am Pfingstmontag weiter. Um 6.00 Uhr wird das Pilgeramt in der Pfarrkirche zelebriert. Im Anschluss ist ein Pilgerfrühstück im Dechant-Faber-Haus gerichtet. Alsdann formiert sich die Prozession um 7.00 Uhr an der Pfarrkirche zum Weitermarsch bis nach Bollendorf. Am Pfingstdienstag werden die Pilger von kirchlichen Würdenträgern und dem Willibrordus-Bauverein an der Sauerbrücke in Echternacherbrück empfangen und in die Willibrordusbasilika nach Echternach geleitet. Nach dem Pontifikalamt und der Ansprache des Luxemburger Erzbischofs beginnt dann die Echternacher Springprozession, die traditionell von der Springergruppe aus Waxweiler angeführt wird; ein Ehrenplatz für die Menschen aus dem Großraum Prüm-Waxweiler.